PHOENIX REIGN
Destination unknown
(Eigenpressung)
CD/11 Tracks 58:58 min


Auf dem Cover blickt ein Ritter unter wehendem Banner übers Schlachtfeld, da könnte man fast schlussfolgern, es hier mit „richtigem“ Metal und nicht irgendeinem trendigen Rotz zu tun zu haben. Und dem ist auch so, zudem klingelt ein Tussie-Alarm los. Scheinen ja derzeit ne Menge Ischen von der Kette am Spülbecken befreit worden zu sein. Zwar kommt die Band aus den Staaten, aber die Wiege steht in Hellas, wo die Band 1998 gegründet wurde. 2002 verstärkte man sich mit Theresa Gaffney am Mikro und begann 2005 mit den Aufnahmen zu der nun vorliegenden CD. Und die findet meine uneingeschränkte Zustimmung, der ethnische Hintergrund schlägt sich auch in der Musik nieder, will heißen, man darf keinen reinen amerikanischen Metal a’ la OMEN oder HELSTAR erwarten. Es ist definitiv Power Metal, aber mit melodisch-europäischem Einschlag. Die Stimme von Theresa Gaffney ist mal ausnahmsweise kein Reibeisen, sondern eher kernig, geht ein bisschen in Richtung Liz Vandall von SAHARA, wenn die überhaupt noch jemand kennt. WARLORD käme auch noch gut hin. Dabei ungemein ausdrucksstark und variabel und somit passend zur Mucke, denn hier dürft ihr keine 08/15 Stückchen mit dem üblichen Schema Strophe-Refrain-Strophe-Refrain-Bridge-Refrain erwarten. Man arbeitet die Stücke sorgsam aus, ohne irgendwie konstruiert zu wirken, bei den Gitarren dürfen sich die Herren Psarros und Chrissochos nach Herzenslust austoben und obwohl man erkennen kann, dass beide wohl ziemliche MAIDEN Fans sind, fließt Enthusiasmus und Spielfreude aus jeder Note. Die gesamte CD ist von vorne bis hinten einfach klasse, Anspieltipps erspare ich mir, muss aber dennoch mal auf das abschließende zwölfminütige Epos „Constantinople 1453“ hinweisen. Was für ein Gnadenhammer! Eingeleitet mit einem griechischen Saiteninstrument, welches hin und wieder den Rhythmus vorgibt, spielt sich die Band hier in ein. -- Stefan Wendle

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